Nachruf

 
Gerhard Loderbauer ist gestorben!

Bestürzt musste ich erfahren, dass unser langjähriger Schachfreund Gerhard Loderbauer am 7. November nach kurzer, schwerer Krankheit und trotzdem überraschend für alle im Alter von 57 Jahren verstorben ist.

Gewisse Menschen hinterlassen bleibende Spuren in unserer Erinnerung und er gehört definitiv dazu. Durch seine Haarmähne war er eine imposante Erscheinung, doch schon nach kurzem Kennenlernen erkannte man das Lamm im Wolfspelz. Gerhard war einer der friedfertigsten Menschen, denen ich je begegnet bin und selbst bei dramatischen Partien strahlte er stets Ruhe aus. Legendär ist auch die Bartrasur in unserem Stammwirtshaus. Nach einer verlorenen Wette musste das Prachtexemplar dran glauben, wuchs jedoch schnell wieder nach.

Gerade erst im Juli hat er sich bereit erklärt, nächste Saison wieder für den Sauwald an den Start zu gehen. Natürlich unter der Voraussetzung, dass anschließend ausgedehnte Spielernachbesprechungen im Wirtshaus stattfinden.

Für mich persönlich war er viel mehr als „nur“ ein Vereinskollege im Sauwald. Er war ein langjähriger Gefährte auf unterschiedlichen Wegen. Er war einer meiner ersten „Berührungspunkte“ mit der Schachwelt. Schon vor 17 Jahren war er mein Turnierleiter und Betreuer auf den Jugendmeisterschaften. Später habe ich mit ihm gemeinsam Turniere geleitet und betreut. Zudem war er mir stets eine wichtige Stütze und Hilfe als Kollege im Vorstand der Bayerischen Schachjugend. Er hatte seine eigene, unkonventionelle Art, die Turniere zu leiten. Und genau diese Art war das, was die Turniere so toll und ihn als Turnierleiter für immer einzigartig machte, eben „made by Gerhard Loderbauer“.

Gerhard hat in vielen Bereichen mitgewirkt. In den 40 Jahren seiner Mitgliedschaft beim Passauer Schachclub war er durchgehend einer der Eckpfeiler des Vereins. Eben einer, wo ein Teil fehlt, wenn er nicht mehr da ist. Organisatorisch und vor allem menschlich. Man kann gar nicht alles aufzählen, was er in seiner Schachkarriere bewirkt hat und wo er überall gewirkt hat.

Durch die rationale und zweckmäßige Sichtweise der Dinge leistete er mit seiner sachlichen Meinung stets einen konstruktiven, hilfreichen Beitrag in diversen Diskussionen.

Obwohl ich ihn leider schon seit längerer Zeit nicht mehr gesehen habe, hab ich noch heute seine Stimme und sein Lachen im Kopf.

Er hat sich eine stille Beerdigung gewünscht … typisch Gerhard: Selbst bei seiner Beerdigung wollte er kein Aufhebens um seine Person machen.

Und auch wenn es viel zu kurz war, denke ich, dass er das Leben gelebt hat, das er wollte.

Man kann es eben nicht anders sagen: Er war einfach ein feiner Kerl!