Lienz Open 2011 Teil 5

Manche Leute wollen im Urlaub verständlicherweise keine Verpflichtungen eingehen, wozu das Berichte schreiben ganz klar auch gehört und andere sehen verständlicherweise wiederum nicht ein, warum sie die ganze Arbeit alleine machen sollen. Somit ist die Berichterstattung GmbH & Co. KG kurz davor, Konkurs anmelden zu müssen. Um dem entgegen zu wirken, lege ich nun den Grundstein für die „Live“-Berichterstattung aus Lienz. Natürlich in der Hoffnung, dass mir Andere nachfolgen.

Leider kann ich nur über mich selbst schreiben, da ich erstens von den anderen Partien zu wenig gesehen habe und zweitens mein schachliches Fachwissen nicht für eine fundierte Bewertung ausreicht.

Bedauerlicherweise verstehe ich mich in diesem Turnier mit den Deutschen nicht sehr gut, mit den Österreichern konnte ich dann allerdings meine prozentuale Leistung von 0 auf 50 steigern. Dabei half mir auch mein Gegner aus der vierten Runde. In diesem Spiel lernte ich, wann es sinnvoll ist, einen Zug vorzuschreiben. Nämlich dann, wenn man über 80 ist und den Zug, den man ziehen wollte, eine Minute später wieder vergessen hat. Nachdem er im 24. Zug nur noch zwei Minuten auf der Uhr hatte, machte ich mir um ihn Sorgen, da es für sein Herz lebensgefährlich sein kann, die restlichen 17 Züge in der verbleibenden Zeit absolvieren zu müssen. Er achtete auf seine Gesundheit und ließ die Klappe fallen.

In der fünften Runde kam mir dann endlich die Erleuchtung. Ich begriff, wann man in einer Schachpartie remisieren darf: Nämlich dann, wenn man einen Zug vorm Matt steht, ist ein Dauerschach erlaubt. Meines Wissens ist dies jedoch der einzige Fall. Weitere Fälle sind nicht bekannt bzw. wurden bisher noch nicht erforscht.

Das Hotel ist absolut super, kostenloses WLAN und ein toller Fernseher im Zimmer, ein Frühstücksbuffet, das keine Wünsche offen lässt und Wellnessfreunde kommen aufgrund der Sauna auch voll auf ihre Kosten. Dies jedoch nur am Rande um die Daheimgebliebenen noch neidischer zu machen.

Beim Ausflug am Montag auf eine Alm mit anschließender Rodelpartie ließen wir uns bei strahlend blauem Himmel die Sonne ins Gesicht scheinen. Heute steht eine Fahrt mit der Seilbahn ins Schigebiet Zettersfeld auf dem Programm. Da die Sauwaldler aber ausgesprochen „ausflugsfaul“ sind, muss ich diesen Tag alleine bewältigen. Keiner von ihnen will mir Gesellschaft leisten L

Riesig gefreut habe ich mich über eine Rose als Geschenk anlässlich des Valentinstages. Den Wohltäter mit den Initialen D. H. möchte ich jedoch nicht öffentlich nennen. Wegen der ihm angeborenen Bescheidenheit könnte ihm das vielleicht peinlich sein.

Wie ich erfahren habe leiden einige Teilnehmer des Turniers, seltsamerweise bevorzugt Sauwald-Spieler, unter rapide abnehmendem Hörvermögen. Gott sei Dank ist gutes Hörvermögen aber keine Voraussetzung zum Schach spielen. Im Gegenteil, wenn man wenig bis gar nichts hört, ist das beiweilen angesichts des Lärmpegels im Spielsaal sehr von Vorteil.

Ansonsten ist es lustig wie immer, der Sauwald schreckt vor nichts und Niemandem zurück und uns ist nichts heilig. Da auch schon andere Teilnehmer mitbekommen haben, wie ausgelassen es bei uns zugeht, mussten wir bereits mehrere Anmeldeformulare verteilen.

Wenn wir nicht gerade über Volksentscheide und politische Szenarien sprechen, sind unsere Gespräche auch sehr niveauvoll.

Nachdem das Sammeln von Plus- und Minuspunkten gerade hochmodern ist, wickeln wir unsere Gerichtsverhandlungen auch ohne einen Richter mit den Initialen J. L. reibungslos ab.

Ich habe festgestellt, dass ich öfters schwimmen gehen muss. Leider war ich schon zu lange nicht mehr, da ich es anscheinend verlernt habe. Nur so ist zu erklären, wieso ich dauernd unterging und Saltos unter Wasser schlug. Laut einer dunklen Erinnerung war das bereits vor zwei Jahren der Fall, weshalb ich beschlossen habe, vor dem nächsten Urlaub mit Freunden aus dem Sauwald noch kräftig das Schwimmen zu üben.

Schwer fällt mir die Entscheidung, ob ich mit dem linken oder dem rechten Fuß hinken soll, da ich mir am linken einen Nerv eingeklemmt habe und am rechten eine Wunde an der Ferse schmerzt.

Und von den unappetitlichen Dingen berichte ich jetzt nicht, da nicht auszuschließen ist, dass Jemand während des Lesens gerade zusätzlich mit Essen beschäftigt ist.

Dies war Teil I der Illustration des Lebens in Osttirol.